Sanierungsträger
zurück vor

Wohnen in der Altstadt - Wohnen im Herzen Lübecks

Die Lübecker Altstadtinsel ist auf einer Fläche von 229 ha ein einzigartig erhaltenes Zeugnis der wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und baulichen Entwicklung einer nordeuropäischen Hansestadt über fast ein ganzes Jahrtausend. Von den rund 5.800 Gebäuden in der Lübecker Altstadt sind fast drei Viertel historisch wertvoll. Gotik, Barock, Renaissance, Klassizismus - fast alle Gebäude wurden über die Jahrhunderte mehrfach umgenutzt und umgebaut und sind daher nicht allein einer einzigen Stilrichtung zuzuordnen. Diese Vielfalt macht die Lübecker Altstadt so reizvoll - für ihre Bewohner, Bauhistoriker und Besucher gleichermaßen.

Nachdem ab 1942 die britischen Bomberangriffe des 2. Weltkriegs und später, in den 1950er- und 1960er Jahren, auch das Leitbild der autogerechten Stadt zu unwiederbringlichen Verlusten an wertvoller Bausubstanz vor allem in der westlichen Altstadt führten, setzte Anfang der 1970er Jahre ein Bewusstseinswandel zugunsten einer flächenhaften Erhaltung der historischen Lübecker Altstadt ein.

Schon ein Jahr nach Inkrafttreten des Städtebauförderungsgesetzes wurden in Lübeck 1972 die ersten drei Sanierungsgebiete ausgewiesen. An die Stelle der ganze Blöcke umfassenden Flächensanierung, nicht selten in Form von Abriss, trat nun die behutsame Instandsetzung, Modernisierung und Erneuerung der meist jahrhundertelang durchgängig genutzten Häuser und öffentlichen Räume. Dabei mussten die auf den ersten Blick konträren Funktionen der Altstadt sowohl als Wohnstandort als auch als oberzentrales Verwaltungs- und Einkaufszentrum für die Stadtregion Lübeck in Einklang gebracht werden.

In weiten Teilen erstrahlt die Lübecker Altstadt nach 30 Jahren sachgerechter und weitsichtiger Sanierung wieder als ein lebendiges Kleinod europäischer Stadtgeschichte. Dies ist neben der Städtebauförderung nicht zuletzt dem Engagement zahlloser privater Investoren zu verdanken, die sich mit oder ohne Fördermitteleinsatz an der Altstadtsanierung beteiligten. 1987 wurde die Lübecker Altstadt in die Weltkulturerbeliste der UNESCO aufgenommen, eine besondere Verantwortung für die Hansestadt Lübeck und ihre Bürgerinnen und Bürger.

Es ist Lübeck gelungen, die Funktionen Wohnen, Dienstleistung, Kultur und Handel verträglich auf einem relativ engen Stadtraum gleichberechtigt zu erhalten und sogar zu stärken. Hier liegt auch der besondere Reiz der Lübecker Altstadt, die räumliche Verbindung zwischen erlebbarer Bau- und Stadtgeschichte und modernem Leben, den die heute rund 13.500 Einwohnerinnen und Einwohner schätzen. Ihre Zahl ist seit einigen Jahren wieder stabil.

Obwohl in den letzten 30 Jahren schon sehr viel erreicht wurde, bleibt die flächendeckende Sanierung der Altstadt eine Aufgabe für mindestens eine weitere Generation. Größere Projekte wie die Umgestaltung der Straßenzüge Obertrave und Untertrave am westlichen Rand sowie die Neuentwicklung des alten Gründungsviertels zwischen Marienkirche und Untertrave können nur unter Beteiligung der öffentlichen Hand gesteuert und finanziert werden. Die Städtebauförderung des Landes Schleswig-Holstein anerkennt Lübeck aus diesem Grund auch weiterhin als einen wesentlichen Förderschwerpunkt im Land. Dennoch bleibt es Lübeck zu wünschen, dass das private Engagement nicht nachlässt und die gemeinsame Verantwortung aller Lübeckerinnen und Lübecker für ihre Altstadt auch zukünftig die Erhaltung und Entwicklung dieses einzigartigen europäischen Stadtkerns trägt.

nach oben

Die »Trave« - seit mehr als 20 Jahren Sanierungsträger der Hansestadt Lübeck

Bereits seit mehr als 20 Jahren, seit April 1981, ist die Grundstücks-Gesellschaft »Trave« mbH als Sanierungsträger für die Hansestadt Lübeck in der gesamten Altstadt tätig. Unter Einsatz von über 100 Mio. Euro, die von Bund, Land und Stadt für Sanierungsmaßnahmen bereitgestellt wurden, konnten mit der Betreuung der »Trave« hunderte Gebäude saniert, modernisiert und denkmalgerecht wieder hergestellt werden.

In vielen Fällen trat die »Trave« dabei selbst als Bauherr auf und sanierte angekaufte oder im Bestand der Stadt befindliche Gebäude selbst, um sie anschließend zu privatisieren und so modernen und günstigen Wohnraum für Mieterinnen und Mieter oder Erwerber und Selbstnutzer zu schaffen.

Nicht jeder, der dauerhaft im Eigentum in der Lübecker Altstadt wohnen möchte, ist auch bereit, sich auf das Abenteuer einer eigenen Gebäudesanierung einzulassen. 2003 wurden deshalb in der Fischergrube erstmals auch Eigentumswohnungen geschaffen. Zurzeit saniert die »Trave« Gebäude in verschiedenen Teilen der Altstadt, so z.B. an der Untertrave, in der Engelsgrube, in der Hundestraße oder der Glockengießerstraße.

nach oben

Zusatzinformationen

1. Empfehlung: Die Homepage der UNESCO
2. Ansicht der Lübecker Altstadt aus der Vogelperspektive
3. Detaillierte Informationen über Fördermöglichkeiten für private Bauherren
4. Das Thema Altstadtsanierung auf der Homepage der Hansestadt Lübeck
5. Alle Ausgaben der Lübecker Altstadtzeitung als PDF zum Herunterladen

nach oben